Reader Intervention

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Intervention auf Großveranstaltungen

Die Intervention (lat. intervenire = dazwischenkommen) bezeichnet das Eingreifen einer bis dahin unbeteiligten Partei in eine Situation. Meist ist damit das Einschreiten in einen fremden Konflikt gemeint, mit dem Ziel, diesen zu lösen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Im Vergleich zu Beratung greift Intervention direkt in das Geschehen ein, um ein unerwünschtes Phänomen zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dies kann über verschiedene Wege geschehen: über Kommunikation, Theater u.a.

Ein typisches Beispiel sind Ausweiskontrollen nach rassistischem Schema in Bahnhöfen oder Zügen. Dies sind häufig anzutreffende Unterdrückungssituationen. Eine Möglichkeit des Dazwischenkommens wäre z.B. das Einmischen: Hingehen und laut nachfragen, was hier passiert, sich bei dem "Opfer" erkundigen ob Hilfe gewünscht ist, den TäterInnen entschlossen rüberbringen, dass Du das Verhalten nicht willst.

Doch nicht alle Situationen lassen sich über Kommunikation, verstecktes Theater (hierbei kann z.B. die kritische Situation überspitzt vor Ort nachgespielt werden) oder Ablenkungsmanöver klären. Bei einer bestimmten Qualität von Übergriffen (z.B. offene Schlägerei) ist das unmittelbare Ziel, gewaltförmiges Verhalten zu beenden. Dann kann auch begrenzt Gewalt sinnvoll sein. Ziel dabei sollten immer sein, die Gewaltsituation aufzulösen und der kommunikativen Intervention Nachdruck zu verleihen. Wer eine bereits entwaffnete Person in der Überzahl krankenhausreif prügelt, übt damit selbst Gewalt "von oben" aus, d.h. er handelt aus einer Herrschaftsposition. Wichtig ist, das eigene Verhalten immer zu reflektieren und nicht leichtfertig zu Gewalt zu greifen. Oft genügt es, selbstsicher und offensiv aufzutreten, um Diskriminierung und Gewalt zu stoppen, weil TäterInnen es nicht mögen, aus ihrer Anonymität gerissen zu werden.

Direkte Intervention ist die unmittelbarste Reaktion auf das Geschehen. Die Betroffenen und andere Menschen bauen eine direkte Gesprächsebene auf, vor allem zum Opfer, zu den TäterInnen und eventuell solchen Menschen, die nicht gehandelt haben. Zielsetzung der Kommunikation mit TäterInnen ist die Reflektion und die deutliche Distanzierung von der Anwendung von Gewalt und Unterwerfung - selbst wenn sie Motive hat, die verständlich wirken, z.B. Stress, Hass oder Frustration.

Herrschaftsausübung oder der Versuch dazu sollte immer direkte Intervention der Umstehenden hervorrufen. Wer als TäterIn mehrfach kommunikativ angesprochen wird, ist deutlich eher geneigt, das eigene Verhalten zu hinterfragen und evtl. zu ändern, als in Folge von Strafe.

Soziale Intervention thematisiert im Gegensatz zur beschriebenen direkten Intervention die Rahmenbedingungen, die Gewalt und Herrschaft fördernden Strukturen, Nichteingreifen der Umstehenden usw. und kann zusätzlich wichtig sein.

Wie kann nun Intervention konkret aussehen?

Wenn euch auffällt, dass jemensch aus eurer Sicht ungewollt oder unfair angegangen wird, sei es in diskriminierender, herrschaftlicher und/oder gewaltförmiger Art, ist es an euch einzuschreiten.

Möglichkeiten des Einschreitens gibt es in Hülle & Fülle, doch sollte nicht vergessen werden, dass es Menschen, gerade sensible, verletzen kann, wenn sie offensiv kritisiert werden. Ich halte es für wichtig kritisch auszuwählen, welche Fälle/Situationen mein Eingreifen notwendig machen. Denn dauernde Kritik kann auch nerven und eine wirkliche Selbtreflexion blockieren, gerade bei einer mehrtägigen Veranstaltung. Ich halte es für möglich, dass die meisten Menschis, die auf eine Veranstaltung mit hierarchiefreiem und selbstorganisiertem Anspruch kommen, über ihr Verhalten reflektieren, also die echten Härtefälle eher draußen zu finden sind. Im Miteinander der Veranstaltung können einige Probleme aufzeigt und ggf. Lösungswege überlegt werden.

Quellen:

  • www.wikipedia.org
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