Reader Juksseinführung

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Jukss 2007/08

Es haben sich zu wenige, nicht ausreichend um die Planung gekümmert. Ein Jukss dieses Jahr? Nein war die klare Ansage von manchem Altorganisator auf dem Orgatreffen im Sommer. Sie fürchteten, dass sich jemand bei der Planung übernimmt oder das ganze Projekt nicht funktioniert.

Doch es fanden sich über acht Menschen, die einen Jugendumweltkongress auch dieses Jahr nicht missen wollten und die Ansage vertraten, dass sie für einen diesjaehrigen Jukss einstehen wollen.

Das dies mit Arbeit verbunden ist, ist klar. "Für dieses Projekt mache ich das gerne," sagt eine Orgateilnehmerin "Ich hoffe, dass der Jukss persönlich wie auch politisch von den TeilnehmerInnen und auch darüber hinaus von anderen konstruktiv genutzt werden kann." Um dies zu erreichen bedarf es der Tatkraft und des Mitdenkens aller.

Zum Beispiel sind da die anstehenden Dinge, Seminare, Zusammenleben, Mitschnibbeln fürs Essen, Putzen usw. Auch hierbei ist euer Mitwirken gefragt. Die Aufgabenverteilung soll durch die Mitmachgruppen erleichtert werden, die hier im Reader vorgestellt sind und auf dem Jukss an einer speziellen Infowand aushängen sind. Auch an der Infothek kannst du erfragen, wo es grade brennt. Oder halt die Augen und Ohren offen...

Hilfe für den nächsten Jukss wird auch benötigt. Wer mitmachen will, kann sich über jukss.de informieren oder zum "Jukss nächstes Jahr"-AK auf dem Jukss gehen, denn ohne Vorbereitung keinen Jukss! Die Beteiligung von vielen Menschen ist Bedingung dafür, dass eine Veranstaltung wie der Jukss stattfinden kann.


Selbstorganisiert, offen, utopisch Weihnachtsferien mit JUKSS

Der Zettelwald scheint unendlich zu sein. Ein ganzer Gang ist vollgestellt mit Pinnwänden, vor denen Menschen herumwuseln. Manche sind ganz in die Tafeln vertieft, andere scheinen eifrige Diskussionen zu führen. Zettel werden aufgehängt und andere abgenommen. Ich versuche, aus den Überschriften schlau zu werden: "Aufgabengruppen", "Interessiertentreffen", "Themen für die Blüte"... Einige sind auch leichter zu verstehen, "Verlorene Sachen" oder "Mitfahrgelegenheiten".

Endlich finde ich das Programm, aber auch das sieht nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Lauter Zettel mit tausend verschiedenen Handschriften, und alles durcheinander. Da hängt der Vortrag eines Gentechnikkritikers einfach neben einem Treffen zum Sockenstricken, "Pressearbeit für Anfänger" neben "Wie funktioniert eine Gesellschaft ohne Strafe?". Verabredungen zum Möhren schälen scheinen genauso wichtig zu sein wie Fachvorträge...

"Wer ist denn hier der Verantwortliche?", frage ich in die Menge. Einige sehen mich an, als fänden sie die Frage lustig. "Irgendjemand muß mir doch erklären können, was das hier alles zu bedeuten hat!"

"Na, sag das doch gleich", antwortet ein Rockträger neben mir. "Erklären kann ich dir den Jukss, so wie fast jede andere auch. Verantwortlich ist hier nämlich jede, denn die Vorbereitungsgruppe hat sich schon am ersten Tag aufgelöst. Von jetzt an wird der Jukss von allen organisiert. Jede macht, was ihr wichtig oder dringend erscheint." Er zeigt auf die Infowand, die mit "Aufgaben" betitelt ist. "Eine Gruppe kümmert sich um diese Infowände hier, andere achten darauf, dass immer genug heißes Wasser in den Abwaschwannen ist, wieder andere fahren Sachspenden abholen oder einkaufen. Die Klos müssten jeden Tag gereinigt werden, dass sind sicherlich eher unangenehme Aufgaben, die aber dennoch wichtig sind. Natürlich gibt's auch manchmal Konflikte. Wenn sie sich nicht direkt lösen lassen, kann mensch zu einem Interessiertentreffen einladen, damit alle mitreden können, denen das Thema wichtig ist."

Das hört sich ja alles ganz toll an - aber das soll funktionieren? "Und wie entscheidet ihr, welche Workshops stattfinden und welche nicht?"

"Gar nicht. Alle können etwas anbieten. Du mußt auch keine Spezialistin dafür sein. Oft 'zetteln' auch Menschen ein Treffen zu einem Thema an, über das sie nur mal Erfahrungen austauschen oder andere Standpunkte hören möchten. Naja, und wenn die Junge Union oder irgendwelche Sekten Workshops machen wollten, würden sie wahrscheinlich in spannende Diskussionen verwickelt oder gestört."

Währenddessen sind wir in der Turnhalle angelangt. Überall Isomatten und Schlafsäcke, Leute, die lesen, andere jonglieren, machen Musik oder schlafen. "Für Leute, die mehr Ruhe brauchen, gibt es auch Extraschlafräume. Heute abend gibts hier nämlich ein Theaterstück und ein Konzert. Und danach eine Offene Bühne, auf der ich meine Liebesgedichte rappen werde. Bis später!" Sagte er zwinkernd und verschwand.


Was ist der JUKSS?

Auf dem JugendUmweltKongress (JUKss) treffen sich jedes Jahr bis zu 500 junge und ältere Menschen. Vom 25.12.06 bis 5.1.07 findet er zum 15. Mal statt - diesmal in Berlin Weißensee. Einige der Themen in diesem Jahr sind: Globalisierung, Umweltschutz von unten, Direct Action, Tierrechte und Kritik an Geschlechterrollen... Neugierige, künstlerische, kritische, politische, philosoFische Freaks, Punks, Hippies, Ökos und Normalos kommen zum 15. JUKSS zum Informieren, Diskutieren, Pläne schmieden, Ideen spinnen, Aktionen rocken, akrobatisch sein und Jonglieren, stricken und Spaß haben...

Zusammen versuchen wir ein Experiment gleichberechtigten, selbstbestimmten Zusammenlebens. Wir schaffen einen weiten Rahmen des Möglichen: Das Programm wird von dir um die Themen erweitert, die du wichtig findest. Du kannst auch Vorträge und Filme zeigen, Ausstellungen und Materialien mitbringen, Workshops und Diskussionen anzetteln... Beim Kochen werden kreative kulinarische bio-Genüsse gezaubert und beim gemeinsamen Putzen philosophiert...

SELBSTorganisation - mach es möglich!

Ohne Vorbereitung keinen Jukss! Die Beteiligung von vielen Menschen ist Bedingung dafür, dass eine Veranstaltung wie der Jukss stattfinden kann. Du hast viele Gelegenheiten, dich schon im Vorfeld an der Organisation zu beteiligen.

Dabei kannst du Einblicke in viele verschiedene Aspekte und Bereiche der Organisierung von Großveranstaltungen gewinnen. Das sind wertvolle Erfahrungen, die auch anderswo sehr nützlich sein können. Nicht zuletzt gibt es immer wieder spannende Diskussionen zum Thema Selbstverwaltung und Entscheidungsfindung.

Um Hierarchien zu vermeiden, wird der Jukss offen organisiert. Darum ist es wichtig, auch die Koordination der Aufgaben für alle überschaubar zu machen. Dazu wurde auf www.jukss.de ein Wiki eingerichtet (ein Wiki ist eine Internetseite, auf der alle Leute alles verändern können.) Dort können Texte bearbeitet, Aufgabenlisten erstellt und eingesehen werden u.v.m. Auch Termine sind dort zu finden. Du kannst dich auch in die Vorbereitungsmailingliste eintragen sowie zu einem regelmäßigen Vorbereitungstreffen kommen, um dich mit anderen Jukssies auszutauschen.

Jukss europaweit!

Diesmal wird mit European Youth For Action (www.eyfa.de) zusammengearbeitet, einem europaweiten Netzwerk von Leuten, die sich für Umwelt und utopische Veränderung der Gesellschaft einsetzen. Spannend ist es, dass Menschen aus einem noch weiteren Spektrum an Erfahrungen und politisch-sozialen Hintergründen zusammenkommen. Diese Horizonterweiterung soll eine Bereicherung und neue Herausforderung für das selbstorganisierte Zusammenleben auf dem Jukss sein.


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